Kommunikation mit Aphasikern

Aphasiker verstehen:

1. Zuhören bedeutet: Warten!

Aphasiker brauchen mehr Zeit für ihre  Äußerungen. Warten Sie längere Pausen ruhig ab. Helfen Sie nicht mit Wörtern aus, solange ein Aphasiker noch überlegt, denn Wortvorschläge können ihn beeinflussen. Lenken Sie das Gespräch nicht zu sehr in Ihre eingene Richtung. Unterbrechen Sie bei unverständlichen Äußerungen nicht, sondern warten Sie ab, ob sich der Sinn nachträglich ergibt. Achten Sie nur auf den Inhalt einer Äußerung, korrigieren Sie nicht die Form.

2. Zuhören, mitdenken und beobachten !

Es ist wichtig, darauf zu achten, ob die Absicht des Aphasikers verstanden wurde. Genaues Beobachten der Situation hilft beim Verstehen. Bestehen Sie nicht auf sprachlichen Äußerungen, auch nonverbale Signale wie Gestik, Mimik oder das Zeigen von Bildern können zur Kommunikation herangezogen werden.

3. Das Thema suchen, Eselsbrücken benutzen!

Versuchen Sie gemeinsam mit dem Aphasiker herauszufinden, worauf sich seine Aussage bezieht. Unpassende Wörter können oft doch zum beabsichtigten Ziel hinführen.

4.Bei Hängenbleiben einschreiten!

Bei hartnäckigen Wiederholungen eines Wortes oder " Hängenbleiben" an einem Satz oder Thema sollten Sie unterbrechen und ablenken. Häufig kann die Äußerung zu einem anderen Zeitpunkt besser bewältigt werden: "Vielleicht kannst Du/können Sie es später sagen".

Vom Aphasikern verstanden werden

1.Ruhe ist wichtig !

Hintergrundgeräusche und Gespräche mit mehreren Personen erschweren Aphasiken das Sprechen und Verstehen.

2.Langsam und deutlich sprechen!

Sprechen Sie langsam und deutlich, aber im normalen Tonfall und normaler Lautstärke. Wenn Sie nicht verstanden werden, umschreiben Sie ihre Aussage, verwenden  Sie eine andere Formulierung oder greifen Sie auf alternative Kommunkationsmöglichkeiten zurück.

3. Kurze "Ja-Nein"-Fragen können helfen!

Kurze oder in kurze Teile gegliederte Äußerungen (Satzteile, Sätze, Abschnitte) sind für Aphasiker leichter zu verstehen. Offene Fragen und Alternativfragen sind oft zu schwer. Verwenden Sie daher viele Fragen, die der Aphasiker mit "Ja" oder "Nein" beantworten kann.

4.Nonverbale Signale!

Neben Tonfall, Mimik, Gestik und Körpersprache können Sie Bilder, Texte und anderes einsetzen, mit deren Hilfe Sie eine Aussage verständlicher machen können.